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Presseartikel: NGZ 21.12.2016

Mittwoch, 21.12.2016

Institutionen aus den Bereichen Schule, Eltern, Polizei sowie Jugend- und Suchthilfe vermitteln mit dem s.i.n.us-Netzwerk Medienkompetenz im digitalen Zeitalter.

 

von Andreas Buchbauer - online Artikel


Unter Jugendlichen gilt Facebook schon längst nicht mehr als hip. Eltern und Lehrer tummeln sich dort, auf dem Schulhof gilt das Netzwerk mit dem markanten "Gefällt mir"-Daumen im Vergleich zu anderen Möglichkeiten fast als eine Art Dinosaurier, das Verhältnis ist ein bisschen wie zwischen Netflix und dem guten, alten linearen Fernsehen. Wenn Schüler sich austauschen, setzen sie auf WhatsApp, Snapchat oder Instagram. Gala Garcia Frühling bestätigt das. "Facebook ist unter Schülern ziemlich out", sagt sie. Die 41 Jahre Lehrerin, die an der Janusz-Korczak-Gesamtschule in Neuss unterrichtet, ist auch als Beraterin im Medienzentrum des Rhein-Kreises Neuss aktiv - und sie ist Geschäftsführerin des Sinus-Netzwerks. Sinus steht für "Sicher im Netz unterwegs" und verfolgt das Ziel, Medienkompetenz im digitalen Zeitalter zu vermitteln.

Gala Garcia Frühling und ihr Team haben dabei drei Zielgruppen im Blick. Erstens: Schüler. Sie werden in Form von Angeboten an jenen Schulen, die Mitglied des Sinus-Netzwerks sind, im Umgang mit den sogenannten Neuen Medien, die ja längst nicht mehr so neu sind, sensibilisiert. Zweitens: Lehrer. Für sie gibt es Fortbildungsangebote, insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung des Unterrichts und eben die Vermittlung von Medienkompetenz sowie die Beratung in rechtlichen Fragen. "Da gibt es mitunter Unsicherheiten", sagt Garcia Frühling. Die dritte Zielgruppe: Eltern - mit speziellen Informationsabenden zu Schwerpunktthemen. Während sie Facebook für sich entdeckt haben, sind ihre Kinder schließlich schon längst woanders unterwegs - und nicht alles erschließt sich Eltern auf den ersten Blick. Selbst Eltern, die durchaus internetaffin sind, fehle oft der genaue Einblick in die Online-Aktivitäten ihrer Kinder. "Aufklärung ist einer unserer zentralen Ansätze", sagt Garcia Frühling.

Um dies zu schaffen, ist eine enge Verzahnung erforderlich. Das Sinus-Netzwerk ist ein Zusammenschluss von Institutionen aus den Bereichen Schule, Eltern, Polizei sowie Jugend- und Suchthilfe. Kriminaloberkommissar Uwe Wagensonner hält zum Beispiel regelmäßig Informationsabende für Eltern und arbeitet mit Schülern im Unterricht. Es geht dann oft um Gefahren im Netz, um Themen wie Cybermobbing und ähnliches. Gewaltverherrlichende Seiten, Rassismus, Urheberrechtsverletzungen, Fehlinformationen und der Schutz der Privatsphäre - die Liste ist lang.

Bei den Schülern geht die Sensibilisierung immer früher los, im Grunde schon im Grundschulalter. Für 2017 ist die Kampagne "Sei smart mit dem Phone" geplant. "Unser Ziel ist es, ein Grundgerüst an Sensibilisierung mit den digitalen Medien im Schulalltag zu verankern", sagt Garcia Frühling. "Aber wir gehen das nicht nur mit erhobenem Zeigefinger an."

Seit anderthalb Jahren ist Gala Garcia Frühling Geschäftsführerin des Sinus-Netzwerks. Das Angebot wächst, und damit auch die Anforderungen. Zurzeit rührt sie nicht nur die Werbetrommel bei weiteren Schulen, damit diese Mitglied im Sinus-Netzwerk werden. Auch Gespräche mit Sponsoren laufen, um ein adäquates Angebot weiterhin zu ermöglichen. Die Internetseite des Netzwerks soll überarbeitet, der Bekanntheitsgrad gesteigert werden. "Wir möchten noch mehr auf unsere Angebote aufmerksam machen", sagt Garcia Frühling. Ein gutes Mittel dazu sind Weiterempfehlungen aufgrund positiver Erfahrungen, die Schüler, Eltern und Lehrer mit Sinus gemacht haben.

Quelle: NGZ